Das Okavango Delta ist eines der weltweit größten Binnendeltas und liegt im größten, mit Sand gefülltem Gebiet der Welt - dem Kalaharibecken. Diese Oase inmitten der Wüstenlandschaft ist ein reiches, zugleich aber sensibles Ökosystem, das die Lebensgrundlage für eine unglaublich vielfältige Tierwelt darstellt. Eine Vielzahl an Tierarten hat sich diesen gegensätzlichen Lebensbedingungen angepasst, die einerseits durch die raue Kalahariwüste, andererseits durch die jährliche Ankunft des Delta-Flutwassers aus Angola bestimmt werden. Die Feuchtgebiete des Okavango umgeben das Moremi Wildreservat und die umliegenden Regionen, die sich in so genannte Privatkonzessionen unterteilen. Die Flutpegel schwanken das Ganze Jahr dramatisch. Der Wasserstand ist im zentralen Okavango Delta während der trockenen Wintermonate am höchsten und während der späteren Sommermonate am tiefsten, was im Gegensatz zu den saisonalen Regenfällen steht. Die Landschaft, mögliche Aktivitäten und Tierbeobachtungen unterscheiden sich beträchtlich je nach Saison und Wasserstand sowie nach dem Aufenthaltsort im Delta. Einige Gebiete bestehen aus großen Abschnitten trockenen Landes, sodass der Fokus mehr auf Landaktivitäten (z.B. Pirschfahrten) und somit auf der Großtierbeobachtung liegt. Lodges, die auf Inseln weit im Inneren des Deltas liegen, konzentrieren sich vermehrt auf Wasseraktivitäten wie Mokoro-Exkursionen, Safaris zu Fuß, Bootsausflüge, Fischen und Vogelbeobachtungen. Die Unterkünfte an den äußersten Grenzen des Deltas - auch saisonales Delta genannt - bieten unterschiedliche Aktivitäten je nach Jahreszeit: Wasseraktivitäten während Zeiten mit hohem Wasserpegel und Landaktivtäten bei niedrigen Wasserständen.
Der erstaunlich Weitsichtige „Chief Moremi“ erschuf eines der berühmtesten Reservate dieser Welt. Dieses Naturschutzgebiet umfasst mehr als 4871 Quadratkilometer unberührter Wildnis. Das Gelände ist sehr abwechslungsreich und besteht aus Savanne, gewundenen Wasserläufen und dichten Wäldern. Diese Biosphärenvielfalt zieht ein weites Spektrum von Wildtieren an – angefangen bei großen Büffelherden, Gnus und Zebras, bis hin zu den seltenen Sitatunga- und Lechwe-Antilopen, aber natürlich auch Raubtiere sowie Löwen, Geparden und Wildhunde. Die Vogelwelt ist ebenso reich und beinhaltet die meisten der 550, in Botswana gelisteten, Vogelarten.
Die berühmte westliche Ecke des Chobe Nationalparls ist eines der bekanntesten Wildtiergebiete Botswana‘s. Das Savuti Gebiet alleine umfasst fast 5.000 km2 an Fläche und beinhaltet die sogenannten Savuti Marshlands und den Savuti Channel, die Mababe Depression und die Magwikhwe Sand Ridge, welche alle durch die tektonische Instabilität der Gegend entstanden sind. Löwen, Hyänen und die Zebramigration sind Synonyme für die Savuti Region, aber das Gebiet beheimatet zusätzlich auch eine exzellente Artenvielvalt an Raubtieren sowie Pflanzenfressern. Die Pfannen, Wasserlöcher und der seit 2008 wieder fließende Savuti Channel, unterstützen eine außergewöhnlich große Population von Elefantenbullen.
Wildtierbeobachtungen sind normalerweise während der Trockenzeit am Besten, wenn das Gras kurz ist, die Vegetation ausgedünnt ist und die Tiere sich daher um die wenigen Wassserquellen versammeln. In der Trockenheit bietet die Landschaft von Savuti mit ihren vor langer Zeit gestorbenen skelettähnlichen Bäumen vor dem tiefblauen Himmel großartige fotografische Motive. Diese sind besonders beeindruckend, wenn sich die Savannentiere in der Dämmerung in die Waldgebiete zurückziehen und im roten Licht des Afrikanischen Sonnenuntergangs große Staubwolken aufwirbeln.
Wenn der Regen spät im November endlich beginnt, verändert sich das Gebiet fast über Nacht in ein saftiges Grasland. Innerhalb weniger Tage kommen die ersten Herden, bestehend aus tausenden Zebras, Gnus und Büffeln an. Die Zebras und Gnus ziehen auf ihrer alljährlichen Migration vom Marschland im Linyanti in Richtung Süden durch das Savuti hindurch. Bevor sie weiter in die Mababe Depression ziehen bleiben die Herden für mehrere Wochen im Savuti, um Junge zu bekommen und sich am frischen Gras zu stärken. Die selben Herden kommen später in der Saison, zwischen März und April, wieder zurück nach Savuti, wenn sie auf ihrer langen Wanderung in Richtung Norden wieder in Ihren gewohnten Lebensraum in der Trockenzeit entlang des Chobe in Linyati Flusses kommen. Die Migration der Zebras und Gnus ist eines der großartigsten Spektakel der Natur und bietet den Raubtieren ein Festmahl. Die offenen Ebenen ziehen Geparden an und die vielen felsigen Gebiete im Savuti bieten ein exzellentes Zuhause für Leoparden und die agilen Klippspringer-Böcke.
Der Chobe National Park ist von Kasane und den Nachbarstädten Victoria Falls und Livingstone sehr leicht zu erreichen, daher ist die Gegend entlang des Chobe Flusses touristisch relativ gut erschlossen. Im Gegensatz zum abgeschiedenen Okavango Delta findet man hier größere Hotels und Lodges.
Der Anblick der zahlreichen Wildtierherden welche sich am Fluss einfinden um zu trinken und ausgelassen herumzutollen ist besonders während der Trockenzeit (Mai - Okt) beeindruckend, wenn der Fluss die einzige Wasserquelle bietet. Chobe ist für seine Elefanten und seine Vielzahl an Prädatoren berühmt. Darüber hinaus hat man gute Chancen große Büffelherden und sogar die seltenen Pferde- und Rappenantilopen zu beobachten. Während der Regenzeit sind die Wildtiere seltener entlang des Flusses anzutreffen, da sie sich aufgrund des hohen Wasserangebotes im gesamten Nationalpark verteilen. Der Sommerregen lässt die Blumen erblühen, besticht durch eine beeindruckende Vielfalt an Vögeln und leitet den Beginn der Geburtsmonate November und Dezember ein, während der eine Vielzahl der Jungtiere das Licht der Welt erblicken.